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                    18 x 22 cm

25 x 50 cm

                    22 x 28 cm
 
 

Durch einfache Zeichengebung zu einer Verdichtung von Wesentlichem gelangen. Meine Sehnsucht nach solch unverbildeter Ausdrucksform ist gross. Das Kind findet durch scheinbar undefinierbares Gekritzel zu 'seiner' Verwirklichung. Jede hingeschriebene Linie, jede Figuration verwandelt sich ständig und wird zur Quelle unzähliger Geschichten. Es ist nicht einfach die Kraft der gestalterischen Unschuld wiederzuerlangen. Eine Fülle von intellektuell Angelerntem drängt sich auf, hemmt und bemächtigt sich der spielenden Hand. Diesen 'geistigen' Widerstand gilt es zu bezwingen.

Automatisches und linkshändiges Zeichnen ermöglichen mir, mich dem getreuen Nachzeichnen, dem 'Akademischen' zu entziehen, mich von der visuellen Erscheinung der Dinge zu lösen und damit dem Spontanen, dem nicht kalkulierbaren 'Anderen‘ Raum zu geben. Henri Miller: Die linke Hand ist der Träumer.

Die stoffliche Wirkung des Materials, das unkontrollierte Wandernlassen des Stiftes, Zeichnen schliesslich als reine Bewegung, helfen mir meine Motive/Themen haptisch zu erfassen. Aus den anfänglichen Liniengeweben lösen sich unmerklich eigendynamische Flächen und Organismen. Jede Linie erlangt Eigenständigkeit, führt mich in eine neue Welt. 

Ein entsprechendes Arbeiten verlangt, dass ich die gewohnten Bewertungsmassstäbe beiseite schiebe und auch scheinbar Nichtssagendes akzeptiere. Die Linie erklärt nichts, sie ist Träger der gegenwärtigen Stimmung, ein Weg mit Ecken und Windungen, sich nährend aus den Ablagerungen des Lebens. Es geht nicht allein um die Form, sondern um das, was sie als Inhalt umschliesst - Fragen und Antworten des Lebens. Einer Form habhaft werden heisst, einer anderen Art von Sprache begegnen.

aus Ausstellungskatalog (2001): Lines that go for a walk